Spaß ohne schreiende Folgen
Zur Zeit hängt der Großteil der Empfängnisverhüttung immer noch von der Frau ab. Während die Pflicht der Herren der Schöpfung mit dem Überstülpen des Kondomes erledigt ist, darf das weibliche Pendant seinen Hormonhaushalt durcheinanderbringen, sei es nun per Pille, Dreimonats-Spritze, Spirale oder Co. Wird mal wieder geflucht über die Pille, die doch einige unschöne Nebenwirkungen haben kann, und für Schweißausbrüche besonders bei dem Manne sorgt, wird die Einnahme mal vergessen, bekunden die liebsten Männer ihr Bedauern und fügen gleichzeitig hinzu, dass sie sofort die Bürde auf sich nehmen würden. Doch leide ginge dies ja nicht...
Weibliche Lockstoffe
Stimmt, noch gibt es die Pille für den Mann tatsächlich nicht, aber dank der neuen Erkenntnisse in der Forschung auf dem Gebiet der Fortpflanzung, rückt diese scheinbar von allen Geschlechtern herbeigesehnte Innovation in nicht unrealistische Nähe: Die Eizelle navigiert die Spermien zu sich hin und fordert sie zudem kurz vor der Zielgeraden dazu auf, noch einmal ordentlich Gas zu geben, damit sie die Eihülle auch durchbrechen können. Und dies alles bewerkstelligt sie mit der Ausschüttung des Botenstoffes Progesteron.
Jubelnde Frauen und skeptische Männer
Zugegeben, jene Erkenntnis war den Wissenschaftlern vorher schon bekannt, aber nun haben sie ebenfalls herausgefunden welche genauen Mechanismen zwischen Botenstoff und Spermien ablaufen: Das Progesteron dockt das Spermium an, öffnet die CatSper-Kanäle (Eiweißstrukturen, die als Ionen-Schleuse fungieren), wodurch positiv geladene Kalzium-Ionen hineingelangen und in Folge dessen die Kalzium-Konzentration erhöhen. Das Resultat: die Geißel verändert ihr Schlagmuster. Gelingt es nun diesen Ablauf zu stören, steht der Pille für den Mann nichts mehr im Wege. Welche Erleichterung für die Frau und Partizipationsehre für den Mann.