Der kleine Mediziner Ratgeber


Von Zweifeln und Erfolgen

Nur (Krankenhaus-)Ärzte aus Leidenschaft bewältigen 20 Stunden Tage, den Bereitschaftdienst sowie die emotionale Belastung und akzeptieren, dass das Privatleben lediglich eine untergeordnete Rolle spielen kann. Der Wille zu diesem anstrengenden Beruf, der gleichzeitig eine Lebensaufgabe darstellt, wird bereits während des Studiums auf die Probe gestellt. Dank vollgepackter, äußerst lernintensiver Stundenpläne und im Besonderen des Physikums, trennt sich hier schon innerhalb der ersten vier Semester die Spreu vom Weizen. Doch seit dem Wintersemester 1999/2000 gibt es eine innovative Alternative zu diesem harten Paukerbrot: den Reformstudiengang Medizin von der Charité Berlin.

Das Waldorf-Konzept für Universität?

JA, meinen ganz entschieden viele Studierende und Anhänger des regulären Medizinstudiengangs. Ein klares NEIN kommt von der Gegenseite, die gerne auf die jahrelange Erfolgsgeschichte des Konzeptes in den USA und Kanada verweist, aber mittlerweile mit eigenen positiven Ergebnissen glänzt. Denn hier wird nicht nach einem Lust-und-Laune-Lernprinzip verfahren - in Anlehnung an die Waldorf-Schulen - sondern nach einem menschen- und praxisbezogenen.

Arbeiten an der Front, statt Bücher wälzen

Im Vordergrund soll keine sture, geballte und vor allem lediglich theoretische Wissensvermittlung stehen, sondern der menschliche und kommunikative Aspekt im Hinblick auf den richtigen Umgang mit den Patient. Demzufolge reduziert sich die Anzahl der Semesterwochenstunden erheblich zu Gunsten praktischer Erfahrungen. Zum Beispiel arbeiten die Studierenden in kleinen Gruppen an einem Projekt, bei dessen Auswertung sowie vorheriger Betreuung der Dozent als Moderator dient und helfen einmal in der Woche in einer Arztpraxis aus. Der Erfolg dieses anders gearteten Leistungsmodells kann auf der Homepage des Studiengangs sehr gut nachvollzogen werden.